Jubiläum und Rekord in einem: Zum 10. Mal lud das ILW Mainz zum Tag der Technik am 14./15. November in seine Räume ein. Es kamen fast 50 Unternehmen - so viele Aussteller wie noch nie. Neben kompetenter Beratung boten sie den 1.600 angemeldeten Schülerinnen und Schülern auch Technik-Berufe zum Anfassen und Ausprobieren in Form von rund 80 Mitmachaktionen.
Besonders beliebt war es bei den jungen Besucherinnen und Besuchern, ein Vogelhaus zu bauen (Eura Mobil GmbH), Geschicklichkeitsübungen an den Schalthebeln eines riesigen Mobilkran zu absolvieren (RIGA MAINZ GmbH & Co. KG) oder bei der Feuerwehr eine hydraulische Rettungsschere an einem ein Unfallauto zu bedienen.
Auch Gastgeber ILW Mainz bot zahlreiche Aktionen wie zum Beispiel mit Hilfe einer computergesteuerten CNC-Fräsmaschine ein Kugellabyrinth in einen kleinen Aluminiumblock zu fräsen. „Den dürfen unsere Gäste anschließend mitnehmen – und können sich sogar noch an einem Gewinnspiel beteiligen“, erzählt Markus Siegel, Ausbilder Metalltechnik, der diese Station zusammen mit Kollegen vorbereitet hat.
Die Neuntklässlerin Kerrin hat sich in die Schlange vor der CNC-Fräsmaschine eingereiht. Ihre Mutter ist begeistert von den vielfältigen Mitmachangeboten. Sie möchte ihrer Tochter, die ein Gymnasium besucht, schon frühzeitig eine erste Berufsorientierung ermöglichen. „Die Berufsberatung an Gymnasien ist etwas mau“, findet sie. „Die fangen erst in der 11. Klasse damit an und das ist einfach sehr spät.“
Paul (15) ist mit seinem Vater gekommen und will sich in einem Rundgang erst einmal orientieren. Es ist sein erster Besuch einer Ausbildungsveranstaltung. „Ich will mich noch gar nicht bewerben“, sagt er. „Aber ich würde gerne einen Praktikumsplatz bekommen. Mal sehen, was mir hier am besten gefällt – ich könnte mir vorstellen, einmal in den IT-Bereich oder in die Mechatronik reinzuschnuppern.“
Die duale Ausbildung stößt nicht nur bei jungen Menschen auf großes Interesse, sondern auch bei der Stadt Mainz und dem Land Rheinland-Pfalz. Beleg dafür waren der Besuch von Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt und Oberbürgermeister Nino Haase. Die IHK Rheinhessen, Kooperationspartnerin des ILW Mainz beim Tag der Technik, war durch Hauptgeschäftsführerin Karina Szwede vertreten. Christjan Knudsen (Boehringer Ingelheim), Aufsichtsratsvorsitzender des ILW Mainz, führte die Gäste zusammen mit Geschäftsführer Manuel von Vultejus durch die Ausstellungsräume.
Für Hauptmann Denis S. und seine Karriereberater vom Karrierecenter der Bundeswehr Mainz ist es eine Premiere: Erstmals stellte die Bundeswehr Ausbildungsberufe beim Tag der Technik vor. Über 18 technische Berufe können Frauen und Männer erlernen, von Anlagenmechaniker/-in über verschiedene Elektroniker/-in-Berufe, Fachinformatiker/-in bis hin zu Vermessungsingenieur/-in. Die Soldatinnen und Soldaten sind mit einem Info-Mobil, dem geschützten IT-Führungsfahrzeug Eagle, dem Cockpit des Kampfflugzeugs Tornado und verschiedenen Mitmachaktion zum ILW Mainz gekommen, um einen ersten Einblick in die technischen Welten bei der Bundeswehr zu bieten. „Wir haben einen sehr guten Zulauf und stoßen auf echtes Interesse bei den jungen Menschen hier“, berichtet Hauptmann Denis S.
Die Deutsche Bahn AG ist eine alte Bekannte beim Tag der Technik. Sie bildet gemeinsam mit dem ILW Mainz bereits seit vielen Jahren Elektroniker/-innen für Betriebstechnik (EBT) aus. „Unsere Elektroniker und Elektronikerinnen kümmern sich um unsere Leit- und Sicherungstechnik und sorgen damit für einen reibungslosen Bahnbetrieb“, erläutert Moritz Springmann, Nachwuchskräfte-Gesamtkoordinator der DB InfraGO AG, der Infrastrukturgesellschaft der Bahn. Am Stand konnten die Schülerinnen und Schüler mittels eines Virtual-Reality-Simulators eine erste (gefahrlose) Bekanntschaft mit dem Schweißen machen oder sich am Bildschirm einen Einblick in ein computersimuliertes Stellwerk verschaffen.
Zu den Ausstellern der ersten Stunde zählt die Berufsbildende Schule Technik bbs.eins.mainz. Schulleiter Dr. Rüdiger Tauschek unterstützte seine Lehrerkollegen und -kolleginnen am Stand und informiert über die vielfältigen Möglichkeiten seiner Bildungseinrichtung, die es 2025 beim Deutschen Schulpreis als einzige Berufsschule unter die TOP 20 schaffte. „Wir verstehen uns als Türöffner, damit junge Menschen den Beruf finden, der zu ihnen passt. Und als Partnerin des ILW Mainz bieten wir deren Auszubildenden Berufsschulunterricht“, erläutert Rüdiger Tauschek. Einen ersten Einblick in die technischen Möglichkeiten der bbs.eins mainz boten am Stand der Flugsimulator „FluSi“ und die Handy-Ladestation „EDU-Charge 4.0“, ein Gemeinschaftsprojekt eines deutsch-polnischen Schülerteams.
Der Tag der Technik hat sich inzwischen zu einer der führenden Veranstaltungen für MINT-Berufe in der Region Rheinhessen gemausert. Oliver Aßelmeyer, als Projektmanager beim ILW Mainz für die Veranstaltung verantwortlich, erzählt von einem durchweg positiven Feedback der Aussteller. „Das waren sehr gelungene zwei Tage“, sagt er. „Das lag nicht nur am guten Zusammenspiel mit der IHK Rheinhessen und der Mitwirkung unserer Ausbilder und Ausbilderinnen sowie vieler Azubis. Die Unternehmen haben auch von guten Gesprächen mit potenziellen Auszubildenden berichtet. Das deckt sich mit der Beobachtung, dass die jungen Menschen offen und mit ehrlichem Interesse an der dualen Ausbildung durch unser Haus gegangen sind.“
Das ILW Mainz richtet den Tag der Technik jährlich im November in Kooperation mit der IHK Rheinhessen aus. Die Termine für 2026 stehen schon fest: Freitag, 13. und Samstag, 14. November.