IT-Netzwerk-Grundlagenschulung für Auszubildende des ILW Mainz

Anwendungsbezogene Basiskenntnisse der Informationstechnologie sollen künftig schon frühzeitig im ersten Ausbildungsjahr verankert werden


"Für mich war es total interessant zu lernen, wie ein Netzwerk aufgebaut ist und was man physisch dafür braucht."

Abdullah Ghurbal, Auszubildender der Essity AG


 

 

Jeder nutzt die IT, aber nur wenige kennen die Abläufe dahinter", lautet die Erfahrung von IT- Trainer Markus Tigges. Damit angehende Elektoniker und Elektronikerinnen für Automatisierungstechnik (EAT) schon frühzeitig mit der Netzwerktechnologie vertraut werden, hat das ILW Mainz eine Grundlagenschulung in seinen Räumen organisiert. "Es ist ein Pilotprojekt für EATs, mit dem wir auch das Thema "Industrie 4.0" frühzeitig in der Ausbildung stark machen wollen", erläutert Daniel Kitz, Fachbereichsleiter Elektrotechnik und Mechatronik beim ILW Mainz.

 

Markus Tigges von der Mainzer Firma Com training and services hat die Auszubildenden Ende Juni vier Tage lang geschult. Im Zentrum stand die Frage: Wie funktioniert Kommunikation in einem IT-Netzwerk? "Mein Hauptziel ist es, bei den jungen Menschen eine Grundsicherheit zum Thema IT-Netzwerk aufzubauen und ihnen die Scheu vor diesem scheinbar komplexen Stoff zu nehmen", sagt Tigges. Inhalte waren z.B. Lokale Netzwerke (LAN), Verkabelungssysteme und Standards, IP-Adressierung und Routing, Grundlagen der Netzwerk-Protokoll-Analyse und Troubleshooting.

Bei den Auszubildenden ist das Training sehr gut angekommen. Ihre Erwartungshaltung, zu erfahren, wie ein IT-Netzwerk funktioniert, hat die Schulung voll erfüllt. Johannes Priester, Auszubildender der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG, ist zufrieden: "Was ich in der Berufsschule in acht Wochen nicht verstanden habe, ist mir hier schon nach zwei Tagen klargeworden." Abdullah Ghurbal von dem Hygienepapierhersteller Essity AG sagt: "Für mich war es total interessant zu lernen, wie ein Netzwerk aufgebaut ist und was man physisch dafür braucht." Wenn man beim nächsten Mal überhaupt noch etwas besser machen könnte, wünschten sich die beiden mehr Gelegenheit, den Stoff "zu verdauen", z.B. durch weitere praktische Übungen.

Abgerundet wird das Projekt vor der Sommerpause mit einer praktischen Einheit, in der sich die Auszubildenden mit der Leistungsfähigkeit eines Single Bord Computers (SBC) vertraut machen sollen. SBCs sind kleinste, aber vollständige Computersysteme, bei denen sämtliche zum Betrieb nötigen elektrischen Komponenten (Mikroprozessor, Arbeitsspeicher, Caches, Chipsätze usw.) auf einer einzigen Leiterplatine zusammengefasst sind.

"Wir werden in einem bereichsübergreifenden Abschlussprojekt den Raspberry Pi Computer einsetzen, um damit einen "Retro-Pi", also eine Arcade-Spielekonsole, zu programmieren und zu bauen", sagt Claudia Mann, Ausbilderin für die Berufe EAT und Mechatroniker und Projektbeteiligte. Das Chassis für den "Retro-Pi" werden die Auszubildenden in einer Metall- Projektwoche selbst herstellen.

Daniel Kitz möchte die Netzwerk-Grundlagenschulung und die anschließende praxisbezogene Lerneinheit an dem steuerungsfähigen SBC fest im ersten Ausbildungsjahr verankern. Als weiteren Schritt kann er sich eine Schulung zur IT-Sicherheit vorstellen, die angesichts zunehmender Hackerangriffe an Bedeutung gewinnt.